Das Laufrad

Früher waren Laufräder in Deutschland weitgehend unbekannt, Kinder fuhren mit einem Dreirad, später mit dem Roller und dann direkt mit dem Fahrrad. Vielen Kindern brauchten eine ganze Weile um das Radfahren zu lernen, Stützräder waren dabei keine große Hilfe.
Heute fahren die meisten Kinder mit 2-3 Jahren mit einem Laufrad und bereiten sich damit nebenbei auf das Fahradfahren vor. Denn das Fahrverhalten auf dem Laufrad, die sitzende Position und das Halten das Gleichgewichtes ähnelt dem Radfahren sehr. Das Treten der Pedalen übt sich gut auf einem Dreirad oder Trettrekker.
Wann ein Kind beginnen kann, mit dem Laufrad zu üben, hängt davon ab, ob es ausreichend sicher läuft und steht und eine ausreichende Körpergröße und Beinlänge für die marktüblichen Laufräder hat. Die Kinder sollten auf dem Laufrad sitzend mit beiden Füßen mit der ganzen Fußfläche auf dem Boden stehen können, um sich mit den Beinen vom Boden abstoßen zu können. Am besten misst man entweder genau die Beinlänge aus oder nimmt den kleinen Fahrer persönlich zum Aussuchen des Laufrades mit.
Eine Alternative bzw. Vorstufe zum Laufrad können z.B. der Wutsch von Puky sein oder kleine "Motorräder", wie das Bobby Scooter von Big oder das TwiniBike Mini, diese sind leichter und haben breitere Reifen. Das Gleichgewicht lässt sich hier einfacher halten und die Fahrzeuge fahren nicht so schnell.

Egal welches Fahrzeug sie wählen und in welchem Alter ihr Kind damit beginnt zu üben - lassen sie ihrem Kind die Zeit, die es sich nehmen will. Einige sind ganz verrückt darauf, das Fahren zu lernen und nehmen dafür auch kleinere Blessuren in Kauf, andere interessieren sich vielleicht zunächst für andere Dinge und gehen ihr Laufrad mit Bedacht an, schieben es vielleicht zunächst einige Zeit durch die Wohnung, bis sie den Wunsch äußern, es auch mal draussen versuchen zu können.

Eigenschaften verschiedener Laufräder

Laufräder gibt es mit Rahmen aus Metall, Kunststoff oder Holz. Die Materialien unterscheiden sich im Gewicht, der Haltbarkeit, dem Design und auch im Preis.
Vom Gewicht her sind die Modelle mit Stahlrahmen (z.B. Puky, Kettler) mit etwa 5 kg relativ schwer, während Holzlaufräder etwa 3 kg und ein Kunststofflaufrad etwa 1-2 kg wiegt. Bei der Haltbarkeit gehen die Meinungen auseinander, erfahrungsgemäß erhöht sie sich, wenn nicht das günstigste Modell angeschafft wird  und das Laufrad zudem pfleglich behandelt wird, also z.B. nicht draussen überwintert. Preislich liegen die Modelle zwischen 20 und ca. 200 Euro, je nach Material, Hersteller und Design. Die grundlegenden Sicherheitsvorschriften sollten alle Modelle erfüllen, hier lohnt sich aber in jedem Falle vor dem Kauf ein Blick in die Testberichte. Auch wer ein gebrauchtes Laufrad kauft, kann am Kaufpreis sparen und die meisten Modelle überstehen mindestens 2 Kindergenerationen.  

Die meisten Laufräder sind mit Lufttbereifung ausgestattet, diese federt weicher ab, hat mehr Griff am Boden und eignen sich so für Fahrten auf unterschiedlichen Untergründen. Vollgummireifen oder Plastikreifen federn härter ab, sind jedoch auch weniger pannenanfällig.
Einige Modelle haben eine Lenkeinschlagsbegrenzung, die zu einer besseren Stabilität bei der Lenkung führen und die Gefahr des seitlichen Wegrutschens verringern soll. Andere Hersteller halten die Verletzungsgefahr bei Laufrädern mit Lenkeinschlagsbegrenzung für zu hoch und vertreiben ihre Modelle ohne dieses Feature. Die Meinungen gehen hier auseinander, am besten informieren sich die Eltern persönlich über Vor- und Nachteile und treffen dann ihre Entscheidung für eine Ausführung.

Manche Laufräder haben auch eine Handbremse, diese kann v.a. in bergigen Gegenden hilfreich sein. Jedoch können die meisten 2-3 jährigen diese Bremsen gar nicht bedienen, weil ihnen die Kraft in den Händen fehlt.
Ein Ständer am Laufrad ist beim Abstellen nützlich und kann zu einem sorgsameren Umgang mit dem Fahrzeug führen.
Zubehör, wie eine Tasche, ein Korb oder eine schicke Hupe können die Freude am Laufrad für Eltern und Kind noch erhöhen.
Eine Beleuchtung ist bei den meisten Modellen nicht vorgesehen - normalerweise sind Kleinkinder auch im Dunkeln nicht damit unterwegs. Wenn dennoch Leuchten angebracht werden sollen, ist auf eine sichere Befestigung zu achten und darauf, dass keine Verletzungsgefahr von den Lampen ausgeht.