In welchen Kindergarten soll mein Kind gehen?

In welchen Kindergarten soll mein Kind gehen?

Wenn sie auf dem Land wohnen ist diese Frage oft schnell entschieden. Denn zum einen gibt es in der Nähe meist nicht so viele Kindergärten, die in Frage kommen - und zum anderen ist es dort meist nicht schwierig, einen Platz zu bekommen.
In Ballungszentren wie Berlin, München oder Hamburg sieht es anders aus. In Hamburg werden bei einigen Kindergärten die Babys direkt nach der Geburt für einen Platz angemeldet - und selbst dann ist es nicht sicher, dass sie einen bekommen.
Bei der Wahl gibt es verschiedene Kriterien, die zudem von Eltern und Kindern unterschiedlich bewertet werden. Daher lässt sich hier keine klare Handlungsempfehlung aussprechen.

Als Entscheidungshilfe können die folgenden Kriterien einbezogen werden:

Lage und Ausstattung:
Gibt es direkt beim Kindergarten einen schönen Garten, ist die Kita in einem schönen Gebäude oder vielleicht in einem grauen Kasten untergebracht?
Ist es ein Waldkindergarten, in dem sich die Kleinen viel in der freien Natur bewegen?
Montessori - Konzept oder Waldorff - liegen die uns  - und vielleicht auch dem Nachwuchs - ist der Besuch einer angeschlossenen Schule geplant?
Wirken die Räume schmuddelig, das Spielzeug abgenutzt, die Erzieher gestresst oder unfreundlich?

Entfernung und Fahrtzeiten:

Lohnt es wirklich, täglich 30 Minuten Fahrtzeit in Kauf zu nehmen, um das Kind in einen bestimmten Kindergarten zu bringen? Bei solchen Fahrtzeiten stellt sich auch die Frage, ob das Kind sich mit Freunden aus dem Kindergarten am Nachmittag schnell treffen kann? Vielleicht kann es Freundschaften schließen, die auch in der Schule weitergeführt werden können?

Persönlicher Eindruck:
Besonders der eigene Eindruck der Einrichtung und der Erzieher ist wichtig! Ein pädagogisches Konzept mag bei der Wahl eine Orientierung geben, aber die konkrete Umsetzung und die persönlichen Beziehungen sind ebenso wichtig. Der beste Montessori-Kindergarten taugt für ihr Kind nicht, wenn es sich mit der Erzieherin nicht versteht. Hingegen kann ein staatlicher Kindergarten ein Paradies für ihr Kind sein, wenn es die Erzieher liebt.

Langfristige Perspektive:
Liegt die spätere Grundschule in der Nähe, können hier vielleicht schon Kontakte geknüpft werden, die weiter bestehen bleiben? Passt das Konzept des Kindergartens zur geplanten Grundschule etc..

Persönliche Empfehlungen von Freunden und Bekannten können sehr nützlich sein - wenngleich man auch hier bedenken sollte, dass jeder die Einrichtungen auf seinem persönlichen Erfahrungshintergrund etwas unterschiedlich bewertet. Es mag hier auch Unterschiede bei den Geschlechtern geben - kleine Jungen freuen sich besonders, wenn sie einen Raum zum Toben haben - kleine Mädchen achten vielleicht stärker auf das Spielzeug, hübsche Räume, nette Erzieher und ihre Freundinnen.