Ernährung für Kleinkinder

Die meisten Kleinkinder sind neugierig und probieren gerne unterschiedliche Nahrungsmittel aus. Die Eltern sollten ihnen auch vieles anbieten um sie dabei zu unterstützen, Geschmackserlebnisse zu sammeln.

Für Kinder ist es wichtig, die gemeinsamen Mahlzeiten auch als Genusserlebnis kennenlernen. Dafür sind gemeinsame Mahlzeiten am Familientisch geeignet, möglichst ohne Zeitdruck. Hierfür kann es sich beispielsweise lohnen eine halbe Stunde früher aufzustehen, denn gerade ein gehlatvolles Frühstück gibt genug Energie für den Start in der Kita oder Schule.
Im allgemeinen werden 5 Mahlzeiten am Tag für eine gesunden Kinderernährung empfohlen, das Frühstück, Mittag- und Abendessen sowie am Vor- und Nachmittag je eine Zwischenmahlzeit.
Abwechslungsreich soll die Ernährung sein, es sollen möglichst hochwertige Lebensmittel verwendet werden. Und man soll die Kinder immer wieder probieren lassen. Sie nehmen ein Lebensmittel oft erst nach mehreren Versuchen an, daher sollten die Eltern sie ruhig mehrmals anbieten und nicht zu schnell aufgeben.
Auch das Vorbild der Eltern und älterer Geschwister wirkt auf die Kinder, wenn die Familie viel Gemüse, Obst und Salat verzehrt, werden sie das auch eher übernehmen.
In der Kindheit bilden sich die Grundlagen für das spätere Ernährungsverhalten. Wer als Kind z.B. übermäßig viele Süßigkeiten bekommt, wird auch als Erwachsener eher dazu neigen, sich mit Süßem zu 'trösten' - und in der Folge eher zu Übergewicht neigen.
 
Welche Lebensmittel sollten häufig verzehrt werden? Kinder_Ernaehrung1
Oft auf den Tisch sollten Obst, Gemüse, kalorienarme Getränke (Wasser oder ungesüßte Tees).
Nicht ganz so oft sollten Milchprodukte, Fleisch, Fisch, Ei und Wurst angeboten werden und Streichfett, fette Snacks (z.B. Chips) und Süßigkeiten sollten sparsamer verzehrt werden.
Es gibt in dem Sinne keine 'verbotenen Lebensmittel'. Wichtig ist bei der ausgewogenen Ernährung von Kindern und Kleinkindern die Mischung.
Eltern, die ihre Kinder vegetarisch oder vegan ernähren wollen, haben eine besondere Verantwortung, die Ernährung ihrer Kinder im Blick zu behalten. Denn Proteine, Eisen und andere wichtige Nährstoffe lassen sich zwar auch mit pflanzlichen Nahrungsmitteln ausreichend zuführen, jedoch muss etwas mehr auf die Gesamtzusammensetzung geachtet werden. In jedem Falle sollten sich die Eltern ausreichend informieren!
Eine ausgewogene Ernährung wirkt auf das Spiel- und Lernverhalten. Kleinkinder sind viel in Bewegung und Toben gerne und dafür benötigen sie ausreichend Energie, die sie dabei umsetzen können.
Und durstig macht die Bewegung auch, als Getränke werden bei einer gesunden Ernährung Wasser, ungesüßte Tees oder Fruchtschorlen empfohlen. Viele Kinder trinken eher zu wenig, daher empfiehlt es sich, eine Trinkflasche mitzunehmen bzw in die Kita oder Schule mitzugeben.
 
Was ist mit Fertiggerichten?
Ohne Fertiggerichte kommt heute kaum eine Küche aus, denn alles selbst zu kochen und vorzubereiten kostet mitunter viel Zeit, die z.B. arbeitende Eltern nicht immer haben.
Wenn etwa tiefgefrorenes Gemüse, wie Spinat verwendet wird, statt frisch zubereiteter ist das unbedenklich.
Bei Fertiggerichten wie Nudeln mit Bolognese sollte die Zutatenliste aufmerksam gelesen werden, denn oft enthalten sie übermäßig Fett und Kalorien. Spezielle Kindergerichte sollten ebenfalls genauer angesehen werden, denn hier wird mitunter viel Zucker und Geschmacksverstärker eingesetzt.
Bekannt geworden sind Testergebnisse von sogenannter 'Kindermilch', die angeblich "gesünder als Kuhmilch" sei. Laut Stiftung Warentest konnten die gestesteten Produkte dieses Versprechen nicht halten, manche enthielten gar weniger Kalzium als Kuhmilch und viele waren mit Aromastoffen angereichert.
Oft dauert die Zubereitung frischer Speisen auch unwesentlich länger, z.B. bei der oben genannten Bolognese, hier empfiehlt es sich, eigene Rezepte zu kreieren, statt zur Fertigtüte zu greifen, die nebenbei auch noch mehr kostet.
 
Wenn das Kind nicht essen will?
Wenn die Kinder einige Nahrungsmittel ablehnen oder auch phasenweise weniger essen, sollte nicht zu viel Aufhebens darum gemacht werden. In unterschiedlichen Wachstumsphasen braucht der Körper auch mal mehr, mal weniger Energie, daher können auch mal 1-2 Tage vergehen in denen das Kind scheinbar kaum etwas isst.
Auch eine Vorliebe für Nudeln, trockenes Brot oder Pfannkuchen kommt bei vielen Kindern vor, solange auch noch andere Speisen angenommen werden sollte dies auch kein Anlass zur Sorge sein.
 
Im Normalfall holen sich Kinder die Nährstoffe, die sie brauchen und essen, bis ihr gesundes Sättigungsgefühl sich meldet. Es ist wichtig, dass sie lernen, diese Grenze zu erkennen und einzuhalten. Sie mit Schmeicheleien zum Weiteressen zu überreden übergeht das gesunde Sättigungsgefühl und kann einen Grundstein legen für späteres Übergewicht.
Wenn die Kinder älter werden, kann das Wissen über gesunde Ernährung auch dazu beitragen, dass sie mehr Gemüse und Obst essen und allgemein auf eine ausgewogene Ernährung achten.
 

Die Freude am Zubereiten der Mahlzeiten und der Genuss beim Essen sind zusammen mit den gemeinsamen Familienmahlzeiten der Rahmen in dem eine gesunde und ausgewogene Ernährung umgesetzt werden kann.